#Waschmaschinengate: the final chapter

Eine Katze in einer WaschmaschineKönnt ihr euch noch erinnern? Ich habe eine Waschmaschine gekauft. Im Internet über eine Anzeige auf willhaben. Von einer Privatperson. Im Herbst 2013! Dann hat das Drama begonnen.

Und endlich können wir dieses Jahr dieses Thema abschließen. Der letzte Akt im #Waschmaschinengate ist geschrieben. Und hier gibts nun die komplette Story zum Nachlesen. Zuerst mal eine kurze Rückschau:

Previously on #Waschmaschinengate:

Ingrid hat eine Waschmaschine über willhaben gekauft. Leider hat das Ding nicht (wie in der Anzeige beschrieben) funktioniert und die Verkäuferin war trotz wiederholtem Versuch weder per Mail noch per Telefon erreichbar. Also erstatte Ingrid Anzeige bei der Polizei weil sie sich betrogen fühlte. Die Polizei hat dann Ermittlungen aufgenommen und potenzielle TäterInnen ausgeforscht. Nach Begutachtung mehrerer Fotos war klar: Diese Person war es, die uns die Waschmaschine gebracht hat! Und dann passierte lange Zeit nichts. Bis eine Ladung zu einer Gerichtsverhandlung kam. Diese hätte im Winter 2014 stattfinden sollen. Die Verhandlung wurde kurz vor dem angesetzten Termin abgesagt. Richterwechsel. Die neue Ladung kam im Februar, für eine Verhandlung im März. Mit erweitertem Tatbestand. Die Anklage lautete nun nicht mehr „nur“ Betrug (§ 146 StGB) sondern auch: schwerer, gewerbsmäßiger Betrug (§§ 147 und 148 StGB). Aber auch die Verhandlung im März fand nicht statt (obwohl wir brav zum Gericht gedackelt sind) – die Angeklagte und ein Zeuge sind nicht vor Gericht erschienen. Na super.

Doch dann: Alles neu, macht der Mai

Beim neuen Verhandlungstermin im Mai 2015 waren dann endlich alle da. Ich hörte mir nach meiner Aussage die weitere Verhandlung und auch die Urteilsverkündung an. Schließlich war die Verhandlung vor dem Schöffengericht (das es geben musste, weil der Strafrahmen z.B. bei gewerbsmäßigem Betrug bis zu 10 Jahren betagen kann) öffentlich.

Was, wer, wann genau dort gesagt hat, ist für diesen Blogbeitrag unerheblich und würde den Rahmen sprengen. Spannend war das aber allemal. Der Rechtsvertreter der Angeklagten war sichtlich bemüht eine Argumentation dafür zu finden, dass mehrere schadhafte Waschmaschinen (ja, wir waren nicht die Einzigen, die ein #Waschmaschinengate erlebt haben) via willhaben verkauft wurden und die Verkäuferin verschiedene Namen und (falsche) E-Mail Adressen verwendete und dann nicht mehr erreichbar war. Auch die Frage, wer denn hier das eigentliche Opfer ist, wurde in den Raum geworfen. Abenteuerlich.

Justitia hat gesprochen

Justitia

Doch das Schöffengericht ließ sich von den (mehr oder weniger) kreativen Folgerungen des Anwalt nicht überzeugen und sprach die Angeklagte schließlich schuldig im Sinne der Anklage. Die vorgelegten Beweise sprachen für sich. Da die Angeklagte bisher unbescholten war, fasste sie 18 Monate bedingt aus, die sie auch in der Verhandlung gleich annahm und damit das Urteil rechtskräftig machte.

It ain’t over, ‚til it’s over

Mir geht und ging es nie darum, dass jemand ins Gefängnis soll und ich damit meine kleine persönliche Rache für den Betrug bekomme. Mir ging es immer darum, dass das, was die Verkäuferin gemacht hat, einfach nicht ok ist. Dass man bei Privatverkäufen im Internet aufpassen muss (auf beiden Seiten) und dass man sein Gegenüber auf Käufer- und VerkäuferInnenseite ernst nehmen und nicht belügen soll. Ich denke, die Dame hat sich das nun gemerkt und wird in Zukunft besser Acht geben. Und ich hoffe auch, dass ich durch meine Blog-Begleitung dieser Story anderen Menschen eine kleine Hilfestellung für das Thema Privatverkäufe im Internet geben konnte. Spannend war es für mich alle mal.

Was ist eigentlich mit dem Schaden?

BaumschadenAchja, da war doch noch was. Funny Story. Den Schaden (also das Geld, das ich damals für die Maschine bezahlt habe) habe ich schon im Herbst 2014 zurück bekommen. Da hat mich nämlich (vor der ersten – mir bekannten – Verhandlung) die Angeklagte angerufen und wollte mir den Schaden ersetzen – damit dann alles erledigt ist. Wir haben uns dann tatsächlich in einer Rechsanwaltskanzlei getroffen, ein Schriftstück aufgesetzt (wichtig: immer alles schriftlich festhalten, auch SMS/E-Mails immer screeshotten) und ich habe mein Geld wieder erhalten. Die anderen Geschädigten werden ihren Schaden auch noch ersetzt bekommen, da sie sich im Stafverfahren als Privatbeteiligte angehängt haben und so ihre zivilrechtlichen Ansprüche geltend machen können. Dass Strafrecht (die Anklage wegen Betrugs) und Zivilrecht (mein Anspruch auf Ersatz des Schadens) zwei verschiedene Paar Schuhe sind, war der Dame zuerst wohl auch nicht so klar. Immerhin. Jetzt weiß sie es. Und auch, dass man keine hinigen Waschmaschinen auf willhaben verkauft.

 

Die gesammelten Akte von #Waschmaschinengate zum Nachlesen:

 

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