Privatverkäufe im Internet: Ich habe eine Waschmaschine gekauft….

… oder so.

Bild einer WaschmaschineLetzte Woche ging meine gute alte Waschmaschine kaputt. Nach knapp 8 Jahren treuer Dienste und 2 verschiedenen Wohnungen sagte sie leise „Adieu“. Ich war ihr nicht böse. Aber: „Eine neue Maschine muss her“. In 2.0 Zeiten kauft man sowas ja gerne mal im Internet und als Sparfuchs durchaus auch mal gebraucht. Eine ganz neue sollte es dann im nächsten Jahr werden. Jetzt also erst mal irgendwas halbwegs zuverlässiges, das man dann vielleicht auch wieder weiter verkaufen kann.

Am 11.11. haben wir dann nach einer Anzeige auf willhaben eine „Miele“-Waschmaschine gekauft. Ich weilte zu der Zeit gerade in Krems (Uni), bekam aber diese (und noch eine andere Anzeige) per Mail zur Begutachtung zugeschickt. Ich habe mir, das muss ich ehrlicherweise gestehen, die Anzeige während dem Abendessen nicht super-genau durchgelesen, sondern einfach „Wird schon passen“ gesagt und dem Daheimgebliebenen die Entscheidung und Abwicklung überlassen. Privatverkäufe im Internet sind doch supi, oder? Nachdem wir bis jetzt wirklich nur positive Erfahrungen gemacht haben – warum auch übertrieben genau sein?

Denkste

Waschmaschine wird am Mo freundlicherweise sogar geliefert. Soweit alles wunderbar. Gerät schaut auch ganz gut aus. Bei näherer Betrachtung Montag Abend dann die Ernüchterung – „Also 4 Jahre alt (wie in der Anzeige stand) ist die nicht!“ – Das Gerät sah durchaus nach einem etwas älteren Modell aus. Und außerdem leuchtet beim Waschen eine Warnleuchte auf und extrem laut ist sie auch (was ein Zeichen für einen Lagerschaden sein kann).

Ich hätte mir die Anzeige genauer durchlesen sollen – die vielen Rechtschreibfehler („Gratzer“ statt „Kratzer“ usw.) hätten mich stutzig machen sollen. Aber man will ja keine Vorurteile haben und vertraut mal auf das Gute im Menschen.

Natürlich versucht man zuerst die Verkäuferin persönlich zu erreichen – nix da. Am Telefon kommt sofort die Mailbox. Dann Anruf beim Kundenservice von willhaben – die sind wirklich super nett bitten um E-Mail mi dem Sachverhalt und schicken einen Screenshot der Anzeige – die natürlich nicht mehr online ist.

Nach einer schriftlichen Bitte schickt willhaben (gemäß § 18 Abs 4 ECG) auch die E-Mail Adresse der Verkäuferin. Ich gebe mir größte Mühe ein freundliches, aber bestimmtes Mail zu schreiben – mit der Bitte um Rückmeldung und dass ich nicht unbedingt sofort den Rechtsweg beschreiten will. Ernüchterung folgt nach Absenden der Nachricht prompt: „550 Requested action not taken: mailbox unavailable“.

Nun also zurück zu willhaben mit der Frage nach „Was kann man da noch machen?“ und eine Nachricht an den Internet-Ombudsmann ob sie denn auch bei Privatverkäufen helfen können.

Denn:

Auch bei Privatverkäufen (im Netz) gilt nach ABGB Gewährleistungspflicht! Außer diese wurde im Anzeigentext ausdrücklich ausgeschlossen (in diesem Fall war dem NICHT so). Automatisch ausgenommen ist nur das Rücktrittsrecht. Zudem muss die „Ware“ schon im beschriebenen Zustand sein. Wenn da also steht „voll funktionsfähig, kein Kalk“ und dann geht das Ding nicht und ist total verkalkt – Reparatur, Rücknahme oder Preisminderung.

Kauf mich nicht. Mein Appell also: Vorsicht bei Privatverkäufen im Netz. Anzeige genau lesen. Name und Adresse des Verkäufers/der Verkäuferin zu wissen schadet auch nie.

Keines Falles will ich Privatverkäufe im Internet jetzt verteufeln oder gar davon abraten!! Es gibt viel zu viele tolle und ehrliche Menschen, die ihre Dinge im Netz einfach loswerden wollen. Das ist wunderbar und super wichtig. Aber das Geld, das jetzt quasi im Klo gelandet ist, tut halt schon weh.

Wie’s bei mir weitergeht? Ich warte mal was der Internet-Ombudsmann sagt. Eine neue Waschmaschine ist schon gekauft. Also nun doch jetzt schon größere Investition, dafür mit 5 Jahren Garantie und allem Pi-Pa-Po. *grmpf*

Werde berichten, wie sich das weiter entwickelt…

 

Udate 15.11.:

Nachdem ich ja laufend versuche, die Dame telefonisch zu erreichen, hatte ich heute einen kleinen Durchbruch – da hat mich doch tatsächlich von dieser Nummer jemand zurück gerufen. Nämlich die Schwester der besagten Dame. Ich habe unser Problem freundlich geschildert und um verlässlichen Rückruf gebeten – dieser wurde mir heute für ca. 20:00 zugesichert. Na ich bin gespannt wie ein Wolkenkratzer!!!

Udate Jan 2014:

Die Dame hat sich natürlich nie gemeldet und das Handy blieb wieder ausgeschalten. Anzeige bei der Polizei wurde erstattet. Seitdem hat sich rein gar nix getan. Leider. Ich habe seitdem auch wieder etwas online von einem privaten gekauft. Problemlos. Allerdings wars keine Waschmaschine.

Udate 24.02.2014:

Gerade eben hat mich ein Herr von der Polizei angerufen. Nach einem Kurzen Schock-Moment („Oh mein Gott, was habe ich verbrochen?!?!“) kam die Entwarnung: Sie haben wohl mögliche TäterInnen. Es wurde also anscheindend tatsächlich etwas unternommen und da ging doch wirklich was weiter. Ich bin volkommen platt! Der Herr von der Polizei war auch echt supernett. Nächste Woche kommt also jemand von der Polizei bei uns vorbei, denn: „Wir machen sogar Hausbesuche“ :) Bitte Daumendrücken!

 

Update Juli 2015:

Wie die ganze Sache ausgegangen ist (Ja, sie ist ausgegangen. Mit Gericht und allem drum und dran) – kann man im letzten Kapitel von #Waschmaschinengate das letzte Kapitel nachlesen!

7 Gedanken zu “Privatverkäufe im Internet: Ich habe eine Waschmaschine gekauft….

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