Heldin des Monats März 2013: Meine Nachbarin

 

 Know Your Neighbour!

Welcome
Quelle: flickr.com (User: alborzshawn)
Lizenz: CC BY 2.0

Ich habe in Wien schon in insgesamt vier verschiedenen Wohnungen (mein Elternhaus nicht mitgezählt) gewohnt und muss ehrlich zugeben, dass ich die meisten meiner NachbarInnen nicht kannte. Außer dem obligatorisch-höflichen „Guten Morgen/Abend!“ oder „Mahlzeit!“ habe ich mit ihnen eigentlich nichts zu tun gehabt. Außer als ich (durch meine defekte Waschmaschine) in meiner dritten Wohnung die Nachbarn unter mir kennenlernen durfte. Oder eher musste, weil die Feuerwehr geklingelt hat und deren Wohnung – also die der Nachbarn – unter Wasser stand.

NachbarInnen kennen: Das kann was.

Aber nicht so in meiner aktuellen Wohnung (Nummer vier). Ich muss zwar gestehen, dass ich die meisten Leute in meinem Wohnhaus nicht beim vollen Namen kenne, aber meine quasi direkten Nachbarn schon. Bei unserer ersten Party haben wir ihnen eine Flasche Wein gebracht und sie vorgewarnt. Am nächsten Tag meinten sie dann, sie hätten eh nichts gehört. Und das, obwohl wir bis 05:00 ziemlich laut waren. Der Wein habe übrigens super geschmeckt und sie hoffen, wir hatten ein nettes Fest.

Zum Studienabschluss gab’s herzliche Gratulationen und und ehrlich interessiertes Nachfragen wie’s denn so im Job geht und was man denn so vorhat.

Kuchen
Quelle: flickr.com (Userin: diekatrin)
Lizenz: CC BY-SA 2.0

Wenn ich mir Backpulver ausborge, und dann das obligatorische Stück vom Kuchen zurückbringe, gibt’s am nächsten Tag auch ein Stückerl Kuchen retour. Einfach so.

Wenn’s Probleme mit den Fenstern gibt, koordinieren wir uns ab. „Hast du schon mit der Hausverwaltung gesprochen?“ – „Ja, rufen wir am besten beide an und halten uns auf dem Laufenden, damit da endlich was weiter geht.“. Nichts da mit: „Bei mir passts. Ist mir wurscht ob deine Fenster undicht sind“. Echte NachbarInnen Solidarität halt.

What goes around, comes around

Es tut gut, seine NachbarInnen zu kennen. Irgendwie fühle ich mich dadurch sicherer und insgesamt wohler in meinem Wohnhaus. Auch andere Menschen feiern gerne Parties, oder haben mal Probleme mit der Wohnung, warum also Freud und Leid nicht teilen, zum Wohle aller?

Ein Hoch also auf meine Nachbarin und ihre Familie! Und ein Appell an alle, die ihre Nachbarn nicht kennen: Läutet mal an und bringt eine Flasche Wein oder einen Kuchen vorbei. Einfach so, zum Kennenlernen und Beschnuppern. Oder helft mal beim Einkaufssackerl rauftragen. Oder beim Möbelschleppen. Die Nachbarn wird’s freuen und: „what goes around, comes around“. Man muss ja nicht gleich „Best Friends“ werden, aber es tut gut in unserer anonymisierten Welt, zumindest die Leute zu kennen (und kennen zu lernen) mit denen man quasi zusammen lebt.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *