Heldin des Monats April 2013: Brooke aus London

Bild einer bunten GasseFolgendes Szenario ist vielleicht einigen bekannt: Man ist auf Urlaub, entspannt am Strand, surft/taucht/sonnt sich, feiert in Bars oder Clubs und überhaupt ist die Welt wunderbar. Man lernt Leute kennen, sagen wir mal: zwei coole Mädels aus England. Man geht gemeinsam fort, erkundet den Urlaubsort gemeinsam näher und sagt sich bei der Verabschiedung (ja, leider hat jeder Urlaub irgendwann ein Ende): „Bleiben wir in Kontakt! Vielleicht besuchst du mich mal in Wien/London?“. Man tauscht E-Mail Adressen und hat das Gefühl „Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Jetzt hab ich endlich wen in London, die/den ich besuchen kann“. Und dann passiert meistens was? Genau, rein gar nichts.

Zurück im normalen Leben vergisst man schnell die coole Person aus London und wie viel Spaß man mit ihr hatte. Im Stress des Alltags schreibt man dann doch kein E-Mail, oder vielleicht eines, kurz nach der Ankunft. Aber meißt war es das dann schon.

Damals: Silvester 2007 auf 2008

Nicht so mit Brooke und Gerri. Wir haben uns im Dezember 2007 im Thailand Urlaub kennen gelernt. Ich war dort mit meiner Schwester. Und die ist eigentlich schuld an allem: sie wollte nämlich tauchen gehen. Und wer sitzt in der Bar vor der Tauchschule? Zwei fröhlich plaudernde Engländerinnen mit einem Cocktail. Und schon war es passiert – „Was macht ihr zu Silvester – Ach feiern wir doch gemeinsam“- 2 Wochen lang, jeden Tag etwas gemeinsam unternehmen, sich gut verstehen. Merken, dass man ähnliche Interessen hat. Und wie schade es doch ist, dass die einen hier und die anderen dort leben. Auch hier: E-Mail Adresse und Telefonnummer ausgetauscht – Aber wir hatten noch ein Medium, das es in den Jahren zuvor so noch nicht gab: Facebook.

Ja, ich muss sagen, ohne Facebook wären wir wohl nicht mehr so intensiv in Kontakt geblieben, hätten uns seit dem nicht mindestens einmal im Jahr besucht und würden nicht regelmäßig chatten/skypen/telefonieren oder einander zu unseren 30-er Feiern einladen (und auch wirklich kommen). Danke Social Media – wegen dir und deinen Möglichkeiten habe ich Brooke.

Lodon calling!

 Frühstück in London
feels like home: Frühstück bei Brooke in Soho

Erst letztes Wochenende (18.-21.April 2013) habe ich Brooke wieder in London besucht. Und wenn ich in ihre Wohnung in Soho (ja, in SOHO!!!!!) hineinkomme, fühlt es sie an wie zu Hause. Nichts ist fremd, es gibt nicht dieses komische Gefühl am Anfang. Vom ersten Moment ist es, wie bei einer Freundin zu sein, die man erst gestern das letzte Mal gesehen hat. Man redet über die Arbeit, fragt wie der Termin letzte Woche war, man tratscht über die Liebe, das Leben und trinkt ein Gläschen Wein oder Tee.

Unkompliziert.

So ist Brooke. Und unkompliziert war es auch in Kontakt zu bleiben. Dank den Möglichkeiten des Webs. Skypen hier, Facebook-Fotos teilen da. Man wird Teil des Lebens der anderen Person und hat das Gefühl man ist mittendrin statt nur dabei. Klar, wären wir uns wohl nicht so sympathisch gewesen und hätten viele Gemeinsamkeiten entdeckt, wären wir vielleicht nicht enge Freundinnen geworden/geblieben. Aber das Internet half uns, das herauszufinden.

Brooke und ich 2013
Brooke und ich 2013

Ich habe Brooke letztes Wochenende gefragt, was wohl gewesen wäre, hätten wir kein Facebook/Social Media gehabt. Sie meinte „We would have been penpals instead. And probably we would have stopped writing to each other after a couple of letters…“ Ja Brieffreundinnen wären wir vielleicht geworden, aber nach 2-3 Briefen wäre wohl wirklich Schluss gewesen.

A „holiday fling“ that lasts

Brooke ist die erste Urlaubsbekanntschaft, aus der wirklich was geworden ist: eine gute Freundin, die ich nicht mehr missen will. Und deswegen zum Abschluss ein kleiner Appell: Traut euch, die Leute, die ihr im Urlaub kennen lernt auch wirklich zu kontaktieren! Sagt nicht „Ach, besuchen wir einander doch mal.“ – wenn ihr es nicht wirklich so meint. Fahrt die Leute besuchen (sofern es möglich ist) oder ladet sie zu euch ein. Vielleicht findet man im Urlaub tatsächlich FreundInnen fürs Leben, vielleicht auch nicht. Doch wer sich nicht traut/nicht bemüht das herauszufinden, wird das vielleicht nie wissen.

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