Der Juni hatte keine HeldInnen?

„Bitte, es ist schon Juli – bloggst du diesmal nicht über HeldInnen?“ – wurde ich vorgestern gefragt. Da fiel mir wieder ein, dass ich meinen Blog schmerzlich vernachlässigt habe. (Schande über mich) Und seit dem denke ich nach, wer denn meine Juni Heldin oder mein Juni Held war. Und ich muss sagen, es schaut schlecht aus.

Wer es sicher nicht ist

Sicher keine HeldInnen sind die Leute von meiner Hausverwaltung, die mich seit Monaten – nämlich knapp fünf, um genau zu sein –  darüber im Unklaren lassen, was denn nun mit meinen schimmeligen Fensterfugen passieren soll bzw. wann sie ausgetauscht werden. Nicht zurückrufen, nicht auf Mails antworten und sich erst dann melden, wenn man mit Anzeige droht – das ist kein HeldInnenmaterial.

Sicher kein Held ist auch der ältere Herr, der mich im Bus belästigt hat. Der sich bemüßigt gefühlt hat einfach so, im vorbeigehen mehrmals meine Oberweite lautstark in eher plumper Weise (nein, ich zitiere hier nicht) zu kommentieren. HeldInnen sind auch die Leute im Bus nicht, die auf meinen „Protest“, dass das nicht angebracht ist und ich das nicht möchte, mit „Ageh, lassen’s den Mann doch. Freuen sich sich.“ reagiert haben.

Sicher nicht ist es auch der Studienkollege, der meinte, wer im Arbeitsleben Moral hat und nach gewissen Werten (da sind sie, die „Werte“) arbeiten möchte, ist in der Wirtschaft fehl am Platz. Es zählt nur das Geschäft/das Geld („Geld stinkt nicht!“) und man sollte alle Kunden (aus)nehmen, die man kriegen kann. Sorry, da muss ich sagen: Geld stinkt doch, manchmal sogar zum Himmel.

Wer es dann vielleicht doch ist

Jene KollegInnen von der Donau-Uni, die mir in der Diskussion mit dem anderen Kollegen Support gegeben haben. Die mich vor der letzten Prüfung dieses Semester, auf die ich nicht optimal vorbereitet war, aufgebaut haben. Jene KollegInnen, mit denen man Abends gemütlich zusammensitzen und über alles mögliche plaudern kann. Jene KollegInnen mit denen ich mich im Sommer auch treffen werde, weil „Es kann ja nicht sein, dass wir einander erst im Herbst wieder sehen.“ Und: „Wir müssen doch feiern, dass wir die ersten zwei Semester gut überstanden haben.“

Ja. Karin, Martin und Dietmar: ihr seid meine HeldInnen im Juni! Ein Monat, das eher von Anti-HeldInnen geprägt war.

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