#eskarinaliest: Das Ende der Krawattenpflicht

Buchumschlag von: Das Ende der KrawattenpflichtMehr lesen. Das ist einer meiner Vorsätze für 2015. Weil Gesundheit nicht nur die Organe in der Mitte des Körpers betrifft, sondern ganz stark auch den Kopf. Weil ich Worte wieder angreifen, riechen, aufsaugen und richtig lesen will. Statt sie immer nur zu tippen, am Screen zu sehen und oft einfach nur zu überfliegen. Deswegen gibt’s für mich die #12BooksChallenge. Und die ist ganz einfach: Jeden Monat ein Buch lesen.

Das ist für einige jetzt ganz bestimmt nicht viel, und auch ich kann schon mal zwei Bücher an einem Tag lesen. Wenn ich die Zeit dazu habe. Ein Buch pro Monat ist ein realistisches Ziel, das ich auch glaube jedes Monat einhalten zu können. In der U-Bahn, im Bus und im Bett ließt es sich oft einfach nicht so schnell und entspannt wie am Strand.

Buch 1, Jänner 2015: „Das Ende der Krawattenpflicht“ von Barbara Blaha und Sylvia Kuba

Das Buch kugelt (so wie viele, die ich 2015 noch lesen möchte) schon seit geraumer Zeit (also eher Jahre und nicht Monate/Wochen) bei mir zu Hause herum. Immer wieder mal habe ich angefangen, aber mir dann doch nicht so recht die Zeit genommen es fertig zu lesen.

Im Jänner 2015 ist es nun geschafft. Und das kann ich zu diesem Buch sagen:

Das Ende der Krawattenpflicht ist eine wunderbare Sammlung an all den Zahlen, Daten, Fakten und Geschichten zum Thema Frauen in der Politik, von denen schon alle irgendwo einmal gehört haben. Wie oft passiert es in Diskussionen, dass man nach konkreten Beispielen, Zahlen, Statistiken etc. sucht und nicht mehr weiß was, wann, wie, wo und von wem gesagt wurde? Statt sich nun durch alle statistischen Taschenbücher dieser Welt zu quälen empfehle ich die Lektüre von „Das Ende der Krawattenpflicht“. Hier werden in schönen Häppchen verschiedene Themengebiete behandelt und mit Fakten untermauert.

Hillary Clinton
Auch Hillary Clinton kommt ein paar Mal in dem Buch vor :) Quelle: flickr.com. Brett Weinstein (CC BY-SA 2.0)

Behandelt werden so gut wie alle Bereiche, die in einem Zusammenhang mit politischer Tätigkeit stehen: Erziehung und politische Sozialisation, Wahlen, Wahlplakate, Reden, TV-Auftritte, Medienberichte im Allgemeinen und natürlich auch das Web. Denn auch dort sind Frauen im einem geringeren Maße sichtbar als Männer. Sei es unter BlogerInnen, Twitterati oder aber auch bei „ExpertInnen“ für Netzthemen.

Einige der Fakten haben mich richtig traurig gemacht. Auf Seite 107 steht sinngemäß:

Es ist eigentlich gar nicht so bedeutend was man sagt. In der Wahrnehumg anderer ist immer zuerst wichtiger, wer (Frau/Mann) es sagt. Das stimmt mich wirklich nachdenklich.

Grandios statt Trauerkloß

Aber wir müssen nicht traurig sein! Denn es gibt viele gute Vorbilder und Initiativen (und solche DInge werden im Buch auch als besonders wichtige Instrumente genannt), die es sich zum Ziel gemacht haben, Frauen zu stärken und sie sichtbarer und präsenter zu machen. Nicht nur direkt in der Politik sondern z.B. auch ganz allgemein im Berufsleben.

An dieser Stelle möchte ich gerne zwei Beispiele an Netzwerken und Services bringen, die zwar im Buch nicht erwähnt werden, aber die mich als Frau in der Digitalbranche besonders betreffen und die ich jeder und jedem nur wärmstens ans Herz legen kann:
Logo von Digitalista

  • Digitalista:  Ein österreichisches Netzwerk für Frauen aus der Digtalbranche mit regelmäßigen Vorträgen, Workshops und Netzwerktreffen für Frauen (und Männer) aus dem digitalen Bereich.

Startseite von www.speakerinnen.org

 

  • Speakerinnen.org  Eine wunderbare Online-datenbank die zeigt, dass es zu jedem thematischen Schwerpunkt eine Vielzahl an kompetenten und spannenden Frauen gibt, die man zu Vorträgen, Podiumsdiskussionen etc. einladen kann. „Es gibt auf dem Gebiet einfach keine Frauen“ will ich also nie wieder als Ausrede für 100% Männerpodien hören!

 

Das Buch kann ich jedenfalls allen Frauen UND Männern empfehlen, die sich für Politik interessieren, selber aktiv oder engagiert sind (oder es werden wollen) oder Unterfutter für Gender-Debatten suchen.

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